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 Zigeuner-Boxer
Der sinto-deutsche „Zigeuner-Boxer“ Johann „Rukeli“ Trollmann, auf dessen Biografie Rike Reinigers Theaterstück basiert, gewann 1933 die Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht, doch einige Tage später wurde ihm der Titel vom Deutschen Boxsportverband wegen „armseligen Verhaltens“ – aufgrund seiner Freudentränen – wieder aberkannt. 
Als ein neuer Kampf angesetzt wurde, in dem Rukeli weder tänzeln noch ausweichen durfte, betrat der Zigeuner-Boxer den Ring mit blond gefärbten Haaren und weiß bestäubter Haut. Fünf Runden nahm er als Karikatur eines Ariers die Schläge des anderen Boxers deckungslos hin, bis er schließlich k. o. ging. 
Er verlor seine Boxlizenz und boxte nur noch auf Rummelplätzen. 1942 wurde Trollmann in das Konzentrationslager Neuengamme gebracht, wo sich die SS-Soldaten damit vergnügten, den ehemaligen Boxmeister nach Belieben zusammenzuschlagen. 1944 wurde Johann „Rukeli“ Trollmann im Außenlager Wittenberge ermordet. 
Trollmann wird im Monolog von Rike Reiniger ganz bewusst nicht als Opfer, sondern als Held dargestellt, der im Rahmen seiner Möglichkeiten die Stimme erhoben hat gegen das Regime. Aus der Perspektive von Trollmanns langjährigen Gefährten beobachtet der Zuschauer im Stück, wie sich der weitaus weniger mutige Hans aus Angst vom Mitläufer zum Täter wandelt und damit seinen eigenen Freund verrät. 
 
Die Inszenierung wird mit einer eigens dafür komponierten Musik stattfinden. Hierfür werden Soundeffekte und musikalische Einsätze so gewählt, dass die dahinter verborgenen Gefühle, ohne dass sie direkt angesprochen werden, zum Ausdruck kommen. Durch das Bühnenbild, das an einen Hinterhofboxring erinnern soll, werden die Zuschauer bereits zu Beginn optisch auf das Thema eingestimmt. Die Seile des Boxrings werden mit einer Art Stacheldraht umwickelt. Somit soll auch die Zeit im KZ direkt zum Ausdruck kommen. 
Nach den Vorstellungen des Regisseurs begibt sich Hans an einem Gedenktag nach einigen Jahren zurück in ein ehemaliges KZ- Lager. Dort übermannen ihn alte Gefühle, die er bis dahin verdrängt hatte. An diesem Gedenktag befasst sich Hans somit das erste Mal mit seiner Vergangenheit und muss sich mit dieser auseinandersetzen.  
Ziele 
Mit diesem Theaterstück soll erreicht werden, dass an die Situation von damals erinnert wird und somit eine Wertschätzung und gleichermaßen auch eine Reflexion der damals durchgestanden Situation stattfinden soll. Denn durch diese Inszenierung wird der Geschichte Raum gegeben, damit die damalige Situation der Sinti und Roma in Deutschland zum Ausdruck gebracht wird. 
Darüber hinaus soll der Versuch der Integration und Anerkennung der Sintis in der Bevölkerung Ravensburgs erfolgen. Ein weiteres Ziel, das verfolgt werden wird, ist ein besseres Verständnis der jeweils anderen Seite- denn nur durch Kenntnis der vorangegangenen Geschichte lässt sich einfacher eine Begegnung auf Augenhöhe realisieren. 
 

Projektort: Zeppelinstraße 7, 88212 Ravensburg, Deutschland

Ansprechpartner:

A. Bauer

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